Orgelbauen als Beruf: Zahlen, Daten, Fakten

Hier wurden Teile der Orgel wiederhergestellt, dort ersetzt. (Foto: Anja M. Pietzsch)

Hier wurden Teile der Orgel wiederhergestellt, dort ersetzt. (Foto: Anja M. Pietzsch)

Die Arbeiten an ihrer Orgel gingen offenbar zügig voran. Maus verbrachte ihre Tage in der Werkstatt, beobachtete die kundigen Handgriffe der Handwerker und lauschte ihren Gesprächen. Da vergeht unserer Orgelmaus ja die Zeit vielleicht doch etwas schneller bis die Orgel Anfang Juni wieder in Regensburg ist. Und sie wird bestimmt noch eine Menge lernen – über die Orgel an sich, über die vielen Details und darüber, wie man eigentlich Orgelbauer wird. Dabei stellt sich natürlich die Frage: Muss man als Orgelbauer eigentlich Orgel spielen können? Und wie lange lernt man den Beruf?

Vorab: Man muss nicht Orgel spielen können um den Beruf des Orgelbauers zu erlernen. Der Beruf erfordert natürlich ein gewisses Ohr für Tonhöhen – schließlich müssen die Pfeifen auch gestimmt werden – aber in der Regel ist es gutes, solides Handwerk was beim Beruf gefragt ist. Finger- und Handgeschick braucht man schon, ebenso sind zeichnerische Fähigkeiten nicht von Nachteil. Insgesamt ist der Beruf des Orgelbauers wohl einer derjenigen, bei der zwar handwerkliche Kenntnisse überwiegen, sich man aber auch auf kreative Art und Weise ausdrücken kann. Schließlich ist jede Orgel ein Einzelstück und muss mit den Auftraggebern bei eine Neubau exakt abgestimmt werden – nicht nur was das Aussehen betrifft, die Orgel muss auch in den Raum selbst passen.

Eine Ausbildung dauert in der Regel dreieinhalb Jahre. Um alle Fertigkeiten zu beherrschen, ist aber eine wesentlich längere Zeitspanne nötig, denn der Beruf des Orgelbauers beinhaltet Fähigkeiten der Möbelschreinerei, Metallbearbeitung und Feinmechanik, technisches Zeichnen, Elektrik und Elektronik und ein musikalisches Verständnis. Wobei man das Instrument wirklich nur spielen können muss wenn man sich auf den Bereich der Intonation spezialisiert und ein Intonateur werden möchte. Orgelbauer kann eigentlich jeder werden – zwar neigten 2013 laut DAZUBI die Betriebe eher dazu Auszubildende anzunehmen, die die Fachhochschulreife besaßen, allerdings reicht auch ein mittlerer Bildungsabschluss. Wer als Schüler schon eine Vorliebe für die Fächer Werken/Technik und Physik hatte, der könnte eine Ausbildung für sich erwägen. Ein gutes Gehör und Grundkenntnisse in der Musik sind dann ein Plus. Die Ausbildung endet nach den knapp dreieinhalb Jahren mit einer Gesellenprüfung, die von der IHK abgenommen wird.

Momentan bestehen derzeit ca. 170 Orgelbaufirmen mit etwa 2500 Mitarbeitern in Deutschland. Der Großteil von ihnen ist in einem eigenen Fachverband organisiert. Übrigens: Das Kunstwerk Orgel ist gemeinsam mit der Orgelmusik ins deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen geworden. Wenn das keine Motivation wäre um den Beruf zu erlernen… Warum junge Menschen den Beruf erlernen? Hat sich das Ding auch gefragt und den Nachwuchs direkt befragt.

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