Orgelmusik: Von Luft und Tönen

Die Weiße Maus - findet, dass die Orgelmaus manchmal einen Tacken zu leichtsinnig ist.

Können Orgelmäuse eigentlich lesen? Das Bild erklärt aber auch so wie damals eine Orgel funktionierte.

Klingeling! Der Organist wird allmählich nervös. Das ist jetzt das dritte Mal, dass er dem Kalkanten bedeutet hat gefälligst mit seiner Arbeit anzufangen und was macht der junge Bursche, der später eventuell mal Organist werden möchte? Anstatt heftig „Wind“ zu machen, schaut der sich seelenruhig die Besucher an, die für den Gottesdienst in die Kirche störmen. Unerhört! Erneut betätigt der Organist das kleine Glöckchen mit dem er den Kalkanten erstens zur Ordnung und zweitens zur Arbeit ruft. Wie um alles in der Welt soll er, der vor den Tasten sitzt, denn Musik machen wenn ihm die entscheidende Grundlage fehlt? Ohne Luft – keine Töne!

Vermutlich hat auch Johann Sebastian Bach mal so angefangen: Als Kalkant, der dem Organisten das verschafft was dieser dringend braucht. Denn bis zur Erfindung der Elektrizität und deren Motoren war es jahrhundertelang Brauch, dass der Kalkant „Wind“ machte. Er bediente den Blasebalg. Denn ohne Luft gibt es bei der Orgel keine Töne. Die Orgel gehört zu der Gruppe der sogenannten „Aerophonen“. Irgendwie verwandt mit ihr sind erstaunlicherweise die Flöte, das Fagott, das Akkordeon oder auch die Tuba. Denn bei all diesen Instrumenten kommt der Ton durch eine Luftsäule zustande, die ins Schwingen gebracht wird. Das kann man sich bei der Flöte leicht vorstellen: Man bläst oben ins Mundstück hinein, die Luft bleibt dann sozusagen im Instrument „stehen“ und mit der betreffenden Fingerkombination bekommt man dann die Töne.

Fast genau so wird auch der Ton bei der Orgel produziert. Glücklicherweise muss man hier nicht selber blasen. Das wäre bei den kleinen Orgelpfeifen für die hohen Töne vielleicht noch machbar, je tiefer aber der Ton wird desto größer die Pfeife. Da würde man gewaltig viel Atemluft brauchen, um einen permamenten Ton zu erzeugen. Was früher Per Pedes – also mit den Füßen – gemacht wurde übernimmt heute die Technik. Die Herstellung eines permanenten Luftstroms, einer Luftsäule. Die Luft trifft auf die scharfe Kante der Peifenöffnung – das Labium – und bringt dann die Luftsäule im Pfeifenrohr zum Schwingen. So kommt dann der besondere Klang der Orgel zustande. Und wenn man jetzt mal ganz genau hinhört, wenn ein Akkordeon spielt: Da sind die Klänge sich doch wirklich erstaunlich ähnlich, oder? Also so im Grunde. Eigentlich.

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Ein Gedanke zu “Orgelmusik: Von Luft und Tönen

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